Artikelserie: Arbeiten in virtuellen Teams

Ich arbeite gerne in virtuellen Teams, und erfahre diese Form der Zusammenarbeit als sehr bereichernd. Sie erlaubt es mir, meinen Tagesablauf mehrheitlich nach meinem eigenen Rhythmus auszurichten, die Arbeiten dann zu erledigen, wenn ich am produktivsten bin und so die größtmögliche Befriedigung daraus zu erzielen. Ich erachte es als Privileg, in virtuellen Teams arbeiten zu können, gemeinsam mit interessanten Leuten, die ähnlich ticken, wie ich selbst und mit denen ich sonst nie zusammenarbeiten könnte.

Meine langjährige Erfahrung zeigt, und intensive Recherche in der wissenschaftlichen Literatur bestätigen, dass diese Arbeitsform auch ein sehr hohes Mass an Selbstdisziplin und Selbstmotivation voraussetzt. Nicht jeder Mensch ist für die Arbeit in virtuellen Teams geeignet und nicht jede Arbeit lässt sich virtuell erledigen.

Dabei sind virtuelle Teams gar nicht so verschieden von “normalen” Teams. Auch “normalen” Teams begegnen Hindernissen und Reibungsverlusten und meiner Erfahrung nach, potenzieren sich diese in virtuellen Teams. Gelingt es jedoch, diesen erfolgreich entgegenzuwirken, dann sind virtuelle Teams sehr schlagkräftig und zwar dank der hohen Motivation und Spezialisierung der Einzelnen.

Aktuell ist das virtuelle Team Training in Vorbereitung und damit eine Artikelserie zur Arbeit in virtuellen Teams.

Heute veröffentliche ich den ersten Beitrag mit dem Titel: Trade-Offs in virtuellen Teams.

Mythos Co-Location!

Die Ergebnisse des Workshop „Mythos Co-Location?“ an der LAS-Konferenz animierten zu einem Online Training zum Thema virtuelle Teams.

Müssen erfolgreiche Teams wirklich co-located sein, also im gleichen Raum sitzen? Diese Frage stellte ich gemeinsam mit Jiri Lundak anlässlich der LAS-Konferenz im Herbst 2017 in einem Workshop in Frage: Wir teilten die Teilnehmer zufällig in 4er-Gruppen ein, die Gruppen teilten sich erneut auf und die beiden Hälften begaben sich in verschiedene Räume. Erst jetzt wurde die Aufgabe gestellt, die in der verteilten, also virtuellen, 4er-Gruppe zu lösen war.

Der Workshop war sehr gut besucht und ließ die Frage, ob Co-Location für den Erfolg notwendig ist, mit einem „jein“ beantworten: Einigen Workshop-Gruppen gelang es, die gestellte Aufgabe zu lösen, anderen nicht. Dies waren die Erkenntnisse:

  1. Gute und gemeinsame technische Kommunikationsinfrastruktur ist ein Schlüsselelement zu Erfolg der Arbeit in virtuellen Teams.
  2. Wissensarbeit ist für virtuelle Teams besser gut geeignet.
  3. Um erfolgreich zu sein, muss die Arbeit in virtuellen Teams anders organisiert werden, als in co-located Teams.

Die ersten beiden Punkte erstaunen wenig und wurden durch den Workshop bestätigt.

Der dritte Punkt ist sehr interessant und wirft die Frage auf, wie virtuelle Teams sich organisieren sollten, um erfolgreich zu sein.

Um virtuelle Teams gerade bei dieser Arbeit zu unterstützen, arbeite ich mit Jiri an einem Training für virtuelle Teams.

Im Rahmen dieser Vorbereitung, untersuche ich gerade den Stand der Forschung rund um virtuelle Teams. Dabei beobachte ich, dass das Thema vor gut zehn Jahren aktuell war, anschließend in eine Ruhephase verfiel und jetzt in der Forschung wieder aufgegriffen wird.

Ich werde bald an dieser Stelle über Highlights berichten.